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ProveIT

ProveIT
Ansprechpartner:

Christoph Kunert, Marcel Mertin

Links:
Projektgruppe:FB Logistiksysteme
Förderung:

BMWi

Starttermin:

01.11.2013

 

Endtermin:

31.10.2016

prove_it

 

 

IT-gestützte Stabilisierung vernetzter Logistiksysteme

Industrie und Handel sind mehr denn je darauf angewiesen, dass logistische Prozesse zuverlässig funktionieren. In der Praxis unterliegen Lieferketten allerdings vielfältigen Herausforderungen wie beispielsweise Staus, technischen Störungen, nicht bereitgestellten Waren oder anderen unvorhersehbaren Ereignissen. Manuelle Korrekturen sind dann notwendig. Im Projekt ProveIT („Production plan based recovery of vehicle routing plans within integrated transport networks“) schaffen Forscher jetzt die Grundlage für objektiv geprüfte und verlässliche Eingriffe in vernetzte Logistiksysteme. Sie entwickeln eine IT-Plattform, die Disponenten dabei unterstützen soll, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das Ziel sind wirtschaftlich optimierte und stabile Lieferketten, die nicht durch falsche Eingriffe und Reaktionen aus dem Takt geraten. Das Forschungsprojekt unter der Leitung der Robert Bosch GmbH wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages mit 2,8 Millionen Euro gefördert.

 

Schmetterlingseffekt in der Logistikkette

Noch fehlt der Logistikbranche ein solches Werkzeug zur Entscheidungsunterstützung. Lieferketten werden immer komplexer, sind geographisch weit gespannt und eng getaktet. Jede Störung, aber auch jede Reaktion auf diese Störung, überträgt sich auf das gesamte Netzwerk. Ohne verlässliche Datenbasis und leistungsfähige IT-Plattform können zuständige Mitarbeiter kaum einschätzen, welche Korrekturen sinnvoll sind. Die ProveIT-Plattform wird Disponenten notwendige Informationen liefern, um auf Störungen angemessen reagieren zu können. Zudem zielt die Plattform darauf ab, gestörte Transportnetzwerke schnell in den Soll-Zustand zurückzuführen. Stabile Logistiknetzwerke sind außerdem elementarer Bestandteil einer vernetzten Industrie („Industrie 4.0“).

 

Informationen aus der Produktion einbeziehen

Das Projektteam nutzt eine Reihe bekannter Technologien wie zum Beispiel die Verfolgung von Fahrzeugen mittels GPS oder Software zur Transportplanung. Neu ist, dass auch Informationen aus der Produktion einfließen werden: Wie dringend braucht zum Beispiel das Empfangswerk eines Automobilherstellers das bestellte Material? Geht es darum, das Lager aufzufüllen, oder ist die Produktion auf die Lieferung dringend angewiesen? Auch Daten zum Absatz von Produkten oder zur Verkehrslage („Big Data“) können von der Plattform einbezogen werden. Die ProveIT-Plattform wird all diese Informationen bündeln. Den Nutzern, Unternehmen als auch Logistikdienstleistern, wird sie verschiedene Dienste bieten, um logistische Prozesse zu planen und zu steuern. Weichen beispielsweise Ist- und Plandaten voneinander ab, wird die Plattform den Nutzer warnen und ihm geeignete Reaktionen aufzeigen. Die Reaktionsoptionen werden die Auswirkungen auf das gesamte Transportnetzwerk berücksichtigen. Aktionen werden somit nicht einzeln betrachtet, sondern in ihrem komplexen Zusammenhang. Damit die Plattform Echtzeitdaten wie zum Beispiel die Fahrzeugposition oder den Ablieferstatus berücksichtigen kann, wird eine Applikation für mobile Endgeräte von Lkw-Fahrern entwickelt.

 

Partner aus Industrie, IT-Entwicklung und Forschung

Das Projektkonsortium vereint alle Kompetenzen, die für die Entwicklung und den Betrieb der ProveIT-Plattform nötig sind. Die Robert Bosch GmbH leitet das Projekt und ist, wie auch die ZF Friedrichshafen AG, industrieller Anwender der Plattform. Der Logistikdienstleister Geis übernimmt die operative Transportplanung und Umsetzung. LOCOM und PTV als IT-Anbieter entwickeln die Systemlösungen zur Transportplanung und -steuerung. Das Forschungszentrum Informatik (FZI) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) verantwortet die Komponenten für das Abweichungs- und Störungsmanagement. Für das Gesamtkonzept und den wissenschaftlichen Ansatz ist das Institut für Fördertechnik und Logistiksysteme (IFL) am KIT verantwortlich. Im ersten Schritt baut das Konsortium eine gemeinsame Systemarchitektur auf, die dann anschließend im Pilotbetrieb getestet und weiterentwickelt wird.

 

Effizientere Logistik

Von ProveIT werden nicht nur Industrieunternehmen und ihre Lieferanten profitieren, sondern auch der Handel und Transportdienstleister. Das Projekt stärkt die taktische Ebene, indem es Logistiksysteme bei Störungen wieder stabilisiert und in die ursprüngliche Planung zurückführt. Das macht Lieferketten wirtschaftlicher: Die Projektpartner erwarten, dass ProveIT Transportleistungen bei gleichbleibenden Transportvolumen um fünf Prozent reduzieren kann – mit entsprechenden Energie-, Kosten- und CO2-Einsparungen. Das Projekt läuft bis zum Herbst 2016.