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Glätten und Nivellieren in der Kommissionierung

Glätten und Nivellieren in der Kommissionierung
Ansprechpartner:

Uta Mohring

Projektgruppe:

FB Logistiksysteme

Förderung:

Gefördert durch die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Starttermin:

01.02.2019

Endtermin:

31.01.2021

In Distributionszentren ist die Kommissionierung eine zentrale logistische Aufgabe, die auf allen Wertschöpfungsstufen durchgeführt werden muss. Durch eine gleichmäßige Auftragseinlastung wird in der Kommissionierung versucht die meist stark schwankende Kundennachfrage zu glätten (siehe Abbildung 1) und dabei trotzdem den Servicegrad mit geforderter Durchlaufzeit zu erfüllen. Allerdings besteht kein allgemeingültiger und öffentlich zugänglicher Standard zur Nivellierung in der Kommissionierung, sodass die Unternehmen bei der Planung der Auftragseinlastung meist auf ihr Erfahrungswissen zurückgreifen müssen. Des Weiteren erfolgt die Planung der Auftragseinlastung und des Personalbedarfs in Kommissioniersystemen meist auf einer rein statischen Ebene anhand von Jahresmittelwerten. Es existieren keine Nivellierungskonzepte und Methoden der Personalbedarfsplanung in der Kommissionierung, die Arbeitszeitregelungen, wie Arbeitszeitkonten oder Teilzeitarbeit, konkret berücksichtigen und Schwankungen der Nachfrage, der Mitarbeiterleistung und der zulässigen Auftragsdurchlaufzeit miteinbeziehen.


Abbildung 1: Nivellierung der schwankenden Kundennachfrage.

Ziele des Forschungsprojektes sind

  • die Entwicklung eines allgemeingültigen Konzeptes zur Nivellierung in der Kommissionierung,
  • die exakte, mathematische Analyse der Leistungsfähigkeit der nivellierten Auftragsabwicklung in der Kommissionierung sowie
  • die Entwicklung von Methoden zur Personalbedarfsplanung in Kommissioniersystemen mit nivellierter Auftragsabwicklung.

Damit soll in der Kommissionierung eine bessere Planungsgrundlage und höhere Kostentransparenz geschaffen werden. Außerdem sollen den Anwendern Verbesserungspotentiale ihrer Auftragseinlastung und Personalbedarfsplanung aufgezeigt werden, zum einen durch Benchmarking mit der nivellierten Auftragsabwicklung der Kommissionierung und zum anderen durch einen Leitfaden zur Arbeitszeitgestaltung in der Kommissionierung.


Abbildung 2: Beispielhafte Ereignisabfolge der nivellierten Auftragsabwicklung in der Kommissionierung.

In Abbildung 2 ist beispielhaft eine mögliche Ereignisabfolge der nivellierten Auftragsabwicklung in der Kommissionierung dargestellt: Zur vereinfachten Darstellung ist die verfügbare Kapazität deterministisch auf 4000 Aufträge pro Tag gesetzt. Zum Zeitpunkt T=t liegen 1314 Kommissionieraufträge vor, die am heutigen Tag fällig sind, 2995 Kommissionieraufträge haben eine Fälligkeitsfrist von einem Tag und 976 Kommissionieraufträge eine Fälligkeitsfrist von zwei Tagen. Die Kommissionierer bearbeiten zunächst die heute fälligen Aufträge und anschließend die morgen fälligen Aufträge bis die verfügbare Kapazität, in diesem Fall die verfügbare Arbeitszeit der Kommissionierer, verbraucht ist. Der Folgezustand zum Zeitpunkt T=t+1 ergibt sich aus den nicht bearbeiteten Kommissionieraufträgen des Zustands Z(T=t) und den seit Zeitpunkt T=t neu eingetroffenen Kommissionieraufträgen. Dabei sind die nicht bearbeiteten Aufträge, die zum Zeitpunkt t in p Tagen fällig sind im Folgezustand in p-1 Tagen fällig.